Keramiktechniken

DIE WICHTIGSTEN KERAMIKTECHNIKEN

Die Sammlung des Musée Ariana bildet die wichtigsten Keramiktechniken ab. Keramik dient als Oberbegriff für sämtliche Gegenstände aus Ton, die bei Temperaturen über 500°C gebrannt werden.

Irdenware ist das Ergebnis der einfachsten Keramiktechnik, die darin besteht, einen Tongegenstand durch einen Brennprozess bei niedriger Temperatur zu verfestigen. Der Gegenstand bleibt zwar porös, lässt sich aber mit einer Alkali- oder Bleiglasur überziehen, die ihm Undurchlässigkeit und Glanz verleiht. Zur Verzierung werden häufig Engoben verwendet: Eine verdünnte, eingefärbte Tonmasse wird unter der Glasur auf den Scherben aufgetragen.

Fayence ist Irdenware, die mit einer opaken Zinnoxid-Glasur veredelt wird. Der altitalienische Begriff Majolika bezeichnet italienische Fayence des 16. Jahrhunderts. Scharffeuerdekore werden direkt auf den Rohling aufgebracht und mit ihm zusammen bei rund 1000°C gebrannt, während Kleinfeuerdekore auf bereits gebrannte Gegenstände aufgemalt und bei Temperaturen von lediglich 600°C bis 800°C fixiert werden. Im Vergleich zum Scharffeuerverfahren bietet das Kleinfeuerverfahren eine breitere Farbpalette.

Steingut ist sehr feine, helle Tonware, die mit Feuerstein und Kalk versetzt und mit Bleiglasur überzogen ist.

Hartporzellan ist ein weisses Keramikerzeugnis, das aus einem Gemisch von 50% Kaolin, 25% Quarz und 25% Feldspat hergestellt wird. Der Brand bei hoher Temperatur (rund 1400°C) führt zur Sinterung. Das Porzellan wird durchscheinend und entwickelt bei leichtem Anschlagen den typischen reinen Klang. Seinen Glanz erhält Porzellan in der Regel durch einen durchsichtigen oder farbigen glasartigen Überzug. Als "hart" gilt das Porzellan deshalb, weil die Oberfläche kratzfest und härter als Stahl ist. Unterglasurdekore werden direkt auf den Scherben aufgebracht, Emailglasuren und Gold werden auf der gebrannten Glasur aufgebracht.

Frittenporzellan ist ein Gemisch aus weissem Ton und Fritte (glasartiger Werkstoff) ohne Kaolinzusatz, das bei rund 1000°C gebrannt wird und gegenüber Stahl nicht kratzfest ist.

Steinzeug ist eine harte Tonware mit unterschiedlicher Färbung, die durch das Brennen bei Temperaturen zwischen 1200°C und 1280°C verglast.

 

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