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Historique

Die Bibliothèque de Genève verteilt sich auf vier Standorte: Im Parc des Bastions befindet sich die öffentliche und landeskundliche Bibliothek, am Boulevard du Pont d’Arve das Centre d’iconographie, im Stadtviertel Les Délices das Musée Voltaire, im Grütlihaus die Bibliothek La Musicale. Die Bibliothèque de Genève kümmert sich auch um die Leitung der Bibliothèque de la villa la Grange.

Jean-Jacques Dériaz, Grande salle de la bibliothèque du Collège de Genève en 1873, gouache 42 x 79 cm. BGE, Tabl. 201.

Wechselnde Identitäten

Nachdem Calvin 1559 das Collège und die Académie de Genève ins Leben gerufen hatte, wurde die Bibliothek gegründet, die geschichtlich betrachtet die älteste der kulturellen Einrichtungen von Genf ist. Im 16. Jahrhundert nannte sie sich Bibliothèque de l’Académie, im 18. Jahrhundert Bibliothèque publique und im gesamten 20. Jahrhundert Bibliothèque publique et universitaire. Seit 2006 trägt sie ihren heutigen Namen: Bibliothèque de Genève.

Ein Kosmos von Sammlungen und Instituten

Die Bibliothèque de Genève ist die Hüterin der 1539 eingeführten gesetzlichen Pflichtablieferung sowie der Sammlungen der Bibliothèque de l’Académie.
Der Bibliothèque de Genève, die ihren Sitz seit 1873 im Parc des Bastions hat, wurden im Lauf des 20. Jahrhunderts mehrere Sammlungen anvertraut: die Bibliothèque de la Grange im Jahr 1917, das Institut et Musée Voltaire (heute Musée Voltaire) 1973, die Bibliothèque musicale (heute la Musicale) 1998 und die Sammlungen von Alt-Genf (Musée d’art et d’histoire de Genève) 2008.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die Bibliothèque de Genève ihre Rolle als Museum, nachdem ein Teil ihrer Sammlungen in das Musée Rath und dann in das Musée d’Art et d’Histoire sowie das Musée d’ethnographie verlagert worden war.

La salle de lecture construite entre 1903 et 1905 dans l'aile est (ou Senebier) de la Bibliothèque publique. Vue vers la façade d'origine de la Bibliothèque. L'illustration date d'après la suppression des encriers en automne 1905. CIG/BPU, Rec Est 179 17 10

Geschichte

Im Jahr 1539 verpflichtet ein Gesetz die Genfer Drucker, mehrere Exemplare ihrer Veröffentlichungen beim  Finanzgerichtshof, der sogenannten Chambre des comptes, abzuliefern. Dies war der Beginn der Genfer Pflichtablieferung, die älteste ihrer Art nach Frankreich (1537). Sie gewährleistet die Aufbewahrung der lokalen Verlagsproduktion, auch wenn sie nicht immer streng eingehalten wurde und im Lauf des 20. Jahrhunderts eine lange Unterbrechung erfuhr.

Einige Jahre später, 1562, wird die Bibliothèque de Genève zum ersten Mal als Teil der Akademie und des Kollegiums erwähnt, die Calvin 1559 gegründet hatte. Letzteres Datum bezeugt die Existenz einer echten und organisierten Bibliothek in Genf. Es ist die älteste Erwähnung einer Einrichtung dieser Art in der Schweiz nach der Basler Bibliothek (1471).

Die herausgegebenen Kataloge belegen das regelmässige Wachstum der Sammlungen: 720 Werke werden im Jahr 1572 gezählt, 1'200 in 1612, 3'500 in 1702, 15'000 in 1779 und mehr als 70'000 in 1872, dem Jahr, in dem die Bibliothek das Gebäude im Parc des Bastions bezieht, das ihr auch heute noch als Sitz dient.

Persönliche Bibliotheken wie jene von Jean Calvin, François Bonivard oder Pierre Vermigli trugen von Anfang an zur Erweiterung der Bestände bei. Indes ist der bemerkenswerteste Beitrag unter dem Ancien Régime zweifelsohne die Sammlung illuminierter Handschriften, die der Genfer Theologe Ami Lullin in Paris erworben und der Bibliothek 1756 hinterlassen hatte. Insgesamt ist das 18. Jahrhundert für Genf eine Epoche bedeutender kultureller und geistiger Regsamkeit, die von einem wirtschaftlichen Aufschwung begleitet wird und eine deutliche Zunahme der Sammlungen in der Bibliothek herbeiführt.

Die neue Verfassung, die Genf sich 1847 im Zuge der radikalen Revolution gibt, überstellt die Bibliothek in die Obhut der Stadt Genf. Trotzdem bleibt ihr Auftrag mit der Hochschullehre verknüpft, so dass sie die inzwischen zur Universität gewordene Akademie in ihre neuen Räumlichkeiten im Parc des Bastions begleitet. 1907 erhält sie offiziell den Namen Bibliothèque publique et universitaire.

Im 20. Jahrhundert beschleunigt sich das Wachstum der Sammlungen – eine Entwicklung die man im Gefolge der allgemeinen Zunahme der Verlagsproduktion auch bei allen vergleichbaren Bibliotheken feststellen kann. Das Bastions-Gebäude erweist sich bald als zu eng, so dass Erweiterungs- und Umbauarbeiten im 20. Jahrhundert zu Meilensteinen in der Geschichte der Bibliothek werden. Ein neuer Lesesaal, der sich an die östliche Fassade anschliesst, sowie Ausstellungsräume werden 1905 gebaut. Mehrere Umbauten erhöhen die Kapazität der unterirdischen Magazine, die jüngsten Arbeiten enden 1987.

Salle Eynard, aile nord de la Bibliothèque, 1er et 2e étages, vue en direction du corps central. Le vide a été comblé en 1937. CIG/BPU, Rec Est 179, M675, cliché Jullien Librairie

In neuester Zeit vollzieht sich die progressive Computerisierung der verschiedenen Abteilungen. Die Bibliothek schliesst sich 1984 dem Westschweizer Netzwerk an (heute Westschweizer Bibliotheksverbund, Rero), das zuerst das an der Kantons- und Universitätsbibliothek Lausanne entwickelte System Sibil benutzt. Heute hat das kommerzielle System VTLS-Virtua das ältere Sibil an allen Standorten des Verbunds ersetzt.

Im Jahr 1999 weiht die Bibliothek den ersten Freihandbereich ihrer Geschichte ein. Bis dahin konnten die Werke nur nach einer Suche in den Katalogen und einer Bestellung im Magazin ausgehändigt werden, mit Ausnahme der Nachschlage- und Standardwerke. Trotz ihres begrenzten Umfangs von ca. 40‘000 Bänden ist dieser enzyklopädischen Auswahl von neueren Büchern ein grosser Erfolg beschieden, der durch die Zahl der Ausleihen belegt wird.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts finden Renovierungsarbeiten statt, die das Problem der mittelfristigen Überfüllung der Magazine aber auch nicht lösen (allein die alten Drucke machen mehr als 2‘000‘000 Bände aus).

Der Lesesaal wird 2005 renoviert. Er bietet den Leserinnen jetzt einen erhöhten Komfort sowie einen öffentlichen drahtlosen Internetzugang (WLAN).

2006 veranstaltet die Bibliothek eine grosse Ausstellung im Musée Rath: Arts, savoirs, mémoire. Trésors de la Bibliothèque de Genève (Kunst, Wissen Gedächtnis, die Schätze der Bibliothek von Genf). Bei dieser Gelegenheit nimmt sie offiziell wieder ihren alten Namen an: Bibliothèque de Genève. Eine vollständige Renovierung des Espace Ami-Lullin, der Ausstellungssaal im Erdgeschoss der Bibliothek, wird 2007 durchgeführt. Seit der Einweihung im Oktober 2008 können die Dokumente dank des vollständig erneuerten Mobiliars unter hervorragenden Sicherheitsbedingungen betrachtet werden. Ein separater Raum für Vorträge ergänzt den Ausstellungssaal.

Als administrative Körperschaft belegt die Bibliothèque de Genève heute vier Standorte: den Hauptstandort im Parc des Bastions, das Musée Voltaire, die Musikbibliothek La Musicale und das Centre d'iconographie. Hinzu kommt die historische Bibliothek der Villa La Grange, die von der Bibliothèque de Genève geleitet wird.