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Historique

Die Sammlung von Karten und Plänen, die sich nicht mit Genf befassen, entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ziel, die Wissenschaft der Geographie einem breiten Publikum zugänglich zu machen; heute hat sie vor allem einen historischen Wert.

Le Clercq, Chrétien. Carte générale de la Nouvelle France. Paris, 1691. (sans cote)

Der Bestand umfasst rund 45‘000 Karten in Blattform, die in Schubladen aufbewahrt werden, während sich die Faltkarten und Atlanten in den allgemeinen Sammlungen befinden.

Historische Gründe bedingen den begrenzten zeitlichen Rahmen dieser Sammlung, die mit einigen Exemplaren aus dem 16. Jahrhundert beginnt und mit zunehmendem Umfang bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts reicht, wobei die Karten aus dem 19. Jahrhundert einen besonders starken Anteil zu verzeichnen haben.

Die Sammlung dokumentiert den gesamten Globus, ja sogar den Mond, allerdings mit Ausnahme der Karten von Genf und seiner Umgebung, die im Genfer Centre d’iconographie hinterlegt sind.

Es sind alle Arten von Karten und Plänen vertreten, wobei natürlich die Gravurkarten, von denen viele aquarelliert oder mit handschriftlichen Anmerkungen versehen sind, die grösste Anzahl stellen. Es gibt viele handschriftliche, zuweilen auf Pauspapier erstellte Karten, aber auch weniger prestigeträchtige Dokumente, die den Wert des Ganzen noch steigern: Reproduktionen alter Karten, Presseausschnitte, grossformatige gerollte Karten. Hinzu kommen noch ein paar Reliefs und Globusse.

Geschichte

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden die wenigen kartographischen Dokumente als Drucke angesehen und dementsprechend geführt. Die Karten wurden nach dem geltenden System unter der Rubrik «Geographie» eingeordnet. Sie lassen sich mit Hilfe des gedruckten Katalogs der Bibliothek von 1870 leicht auffinden.

Die Gründung der Abteilung für Karten und Pläne ist mit einem einschneidenden Ereignis in der Geschichte der Bibliothek verknüpft.

Die Schlüsselfigur dieses Ereignisses, der Gravierer Charles Perron (1837-1909) aus Carouge, war dem berühmten Geographen Élisée Reclus (1830-1905) aufgefallen, der sein künstlerisches und graphisches Gespür schätzte; des weiteren verbanden die beiden Männer, die die gleichen gesellschaftlichen Ideen teilten, tiefe ideologische Affinitäten und gemeinsame Frequentationen. Reclus, der in Frankreich verfolgt wurde, hatte 1872 in der Schweiz Zuflucht gesucht, wo er die Abfassung seiner Nouvelle géographie universelle begann. Die Beschreibung der Erde Land für Land gemäss den Kriterien der physischen Geographie verfolgte die Absicht, die Beziehung zwischen dem Menschen und der von ihm bewohnten Erde aufzuzeigen.

Mit dem Ziel, die Arbeit der Forscher zu erleichtern und das breite Publikum zu bilden, hatte Charles Perron ein kartographisches Museum gegründet, das 1907 im Gebäude der Bibliothek eröffnet wurde. Die Dokumente wurden nebst einem Katalog in fünf grossen Reihen ausgestellt: Weltkarten, Karten der Schweiz, Karten und Pläne des Kantons und der Stadt Genf, Geschichte der kartographischen Zeichnungen und Seekarten. Damals besuchten mehr als sechshundert Personen im Jahr das Musée cartographique. Nachdem es 1922 im Zuge von Sparmassnahmen geschlossen worden war, konnte das Museum nur noch auf Anfrage betreten werden. Es musste 1927 wegen Platzmangels beträchtlich verkleinert werden, schlussendlich hörte es zu existieren auf.

Während des Ersten Weltkriegs stellten die meisten geographischen Institute im Ausland, die zuvor Karten an das Dépôt geschickt hatten, ihre Sendungen ein; in dieser Zeit bemühte man sich, die schon bedeutende Sammlungen an Karten der Schweiz und von Genf weiter zu ergänzen.

Der Verlag Hachette veröffentlichte zwischen 1876 und 1894 die 19 Bände der Nouvelle géographie universelle, die mit Tausenden von Karten bebildert war, deren Grossteil Charles Perron erstellt hatte. Im Jahr 1891, nachdem die Abfassung der Nouvelle géographie universelle abgeschlossen war, verliess Reclus die Schweiz und überliess seine Karten seinem Freund Perron, der sich im öffentlichen Leben engagierte und unablässig forderte, die Kartographie solle als vollwertige Wissenschaft anerkannt werden, auch weil ihr eine hohe pädagogische Bedeutung zukomme.

Im Jahr 1893 hinterlegt Perron 6‘813 Karten sowie als Schenkung zahlreiche geographische Werke und Atlanten in der Bibliothek, um das Studium der Geographie zu fördern. Er wird 1903 offiziell zum Konservator ernannt und beginnt die systematische Klassifizierung und  Katalogisierung der Sammlung. Die Genfer werden ermutigt, Karten zu schenken, um so einen Beitrag zu diesem wissenschaftlichen Unternehmen zu leisten. 1905 erhält das «Dépôt des cartes de la Ville de Genève» (Kartendepot der Stadt Genf) zwei Ausstellungssäle, einen Lagerraum und ein Büro für den Konservator.

In den 1930er Jahren berief sich die Direktion auf knappe Geldmittel und mangelnden Platz, um den Ausbau der Abteilung für Karten und Pläne aufzugeben. Auch wenn die systematische Klassifizierung der Karten 1946 wieder aufgenommen wurde, um sie flexibler zu gestalten, spiegelt sie die Lage der Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts wider. In den 1960er Jahren wurden die Genfer, Schweizer, französischen und savoyischen Karten neu klassifiziert und katalogisiert. 1993 verlagerte man die Genfer Karten vom Bastions-Gebäude in das Centre d'iconographie.

Jegliche Recherche vor Ort geschieht in Begleitung der Sammlungsleiterin.
Es erfolgt kein Verleih, mit Ausnahme von Ausstellungen.
Die Dokumente dürfen fotografiert, aber nicht fotokopiert werden.

Promenade des Bastions 1
1211 Genève 4

T: +41 22 418 28 00
F: +41 22 418 28 01
info.bge(at)ville-ge[dot]ch

Besichtigung der Dokumente nur nach vorheriger Vereinbarung.

Marianne Tsioli
Bibliothekarin
marianne.tsiolis(at)ville-ge.ch
T: +41 22 418 28 40